Wucht oder Unwucht – Vibrationsmanagement bei der Scheibenzentrifuge

Die Scheibenzentrifuge ist das ideale Instrument zur Bestimmung von Partikelgrößen im Messbereich von 10 nm (bei Teilchen mit hoher Dichte durchaus auch 5 nm) und 75 µm. Die Messungen mit der Scheibenzentrifuge erreichen dabei eine sehr hohe Auflösung im Bereich von besser als 2,5%, hervorragende Wiederholbarkeit und absolute Genauigkeit. Der unbestrittene Vorteil dieser Messtechnik gegenüber konkurrierenden Techniken ist aber, dass die Ergebnisse direkt dem Stokes’schen Gesetz der Sedimentation folgen. Bei gleicher Dichte und im gleichen Umfeld sedimentieren große Teilchen schneller als kleine Partikel. Daher sind keine Fehlinterpretationen möglich. Anders als reine Sedimentationsmessungen, die einerseits sehr lange dauern und andererseits in der minimalen Größe auf den Mikrometerbereich begrenzt sind, nutzt die Scheibenzentrifuge eine schnelle Rotation der Messkammer, um zusätzliche Zentrifugalkräfte zu erzeugen. So wirken auf die Partikel bei einer Rotation mit 24000 Umdrehungen pro Minute 29000 g. 

Mit diesen Kräften werden sogar Partikel im Nanometerbereich zur schnellen Sedimentation gezwungen.Diese hohen Umdrehungszahlen erfordern ein sorgfältiges Vibrationsmanagement. Eine Unwucht im System entsteht, wenn das Rotationszentrum der Scheibe nicht mit dem Zentrum der Gravitation übereinstimmt. Scheibe und Antriebsmotor sind zwar stabil und präzise gelagert, so dass eine Unwucht nur sehr selten auftritt, doch im Laufe einer jahrelangen Nutzung ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit eine Kontrolle durchzuführen. Äußere Einflüsse, aber auch interne Verschmutzungen können durchaus über die Zeit eine Beeinträchtigung des Systems hervorrufen.

Da viele Anwender eine ständige Kontrolle wünschten, mehr noch, häufig durch betriebsinterne Vorschriften sogar durchführen müssen, hat der Hersteller reagiert und ein Vibrationsmanagement entwickelt. Das neue „Dynamic Balancing Module“ ist seit letztem Jahr Bestandteil aller Scheibenzentrifugen von CPS und informiert auf einen Blick über die aktuelle Umdrehungsgeschwindigkeit und die Temperatur im Messbereich, selbst eine Dokumentation der Kräfte im Gerät erfolgt während der Messung. Das DBM zeigt bereits bei einer leichten Veränderung in der Scheibe an, wie groß die Unwucht ist, ob eine Aktion erforderlich ist und wie die Unwucht vom Anwender selbst beseitigt werden kann. 

Auch wenn dieser Fall nur selten eintritt, gibt das DBM dem Anwender noch größere Sicherheit und neue Eingriffsmöglichkeiten für eine einfache und zügige Fehlerbehebung. 

Die Scheibenzentrifuge ist über viele Jahre ein reproduzierbar messendes, zuverlässiges Messinstrument für die Korngrößenverteilung Ihrer Proben.

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